Auf der Suche nach dem verlorenen Witz

Timo Wopp, der Geisterfahrer auf deutschen Kabarett-Autobahnen, macht sich in seinem dritten Abendprogramm auf die Suche nach dem verlorenen Witz. Denn Timo Wopp hat einfach keinen Bock mehr. Keinen Bock mehr, heftiger zu sein als die Realität. Keinen Bock mehr, stärker zu polarisieren als die Trumps dieser Welt. Keinen Bock mehr auf… ja, auf was eigentlich?! Witzig zu sein? Jokes zu reißen wie Wölfe die Schafe im Brandenburger Land? Keine Ahnung. Klingt jetzt alles ein bisschen negativ. Weiß er selber. Ist es aber nicht. Denn zum Glück hält sich Wopp bei seiner aberwitzigen Analyse sklavisch an sein einziges Credo: #nofilter! Das ist total positiv und voll inklusiv. Es erlaubt ihm nämlich, sehr feinfühlig auf den Gefühlen wirklich aller herumzutrampeln. Gern auch auf seinen eigenen.

Dabei leidet er, sehr zur Freude seiner Zuhörer, natürlich wie ein Hund. Er ist männlich, weiß, heterosexuell –  kurz das größte Opfer des öffentlichen Spottes. Aber er macht es sich nicht in der Rolle eines jammernden Ü-40-Emos bequem. Er trauert nicht seinen verlorengegangenen Privilegien nach. Stattdessen zieht er mannhaft und voll scharfsinniger Selbstironie in den Kampf um seine komödiantische Daseinsberechtigung, sucht gleichermaßen verzweifelt wie erfolglos nach Exit-Optionen und jagt sein Publikum dabei über neue, noch nicht plattgetrampelte Comedypfade. Bevor er sich schließlich seine kruden Statements selbst um die Ohren haut, lässt der einstige Weltklassejongleur sicherheitshalber auch wieder was durch die Luft fliegen. Warum? Weil er’s kann. Noch.

Ausschnitte aus dem Vorgänger-Programm „Moral – Eine Laune der Kultur“, 2016 produziert von 3Sat im Rahmen des Zeltfestivals.

Stimmen zu Timo Wopp

„Und wenn man erst an Stellen lacht, für die man sich zu lachen schämt, hat er einen richtig am Wickel.“ (Neue Presse, Hannover)

„Bitterböse, wenn auch glücklicherweise nie obszön oder banal.“ (Bonner Generalanzeiger)

„Timo Wopp, der perfideste aller Moralisten. Hochgeschwindig-keitskabarett mit einem intellektuell furiosem Finale. Tiefe Verbeugung. Atemlos. (Neue Presse Hannover)

„Und sein Programm strotzt nur so vor Ironie bis ins kleinste Detail. Er versetzt seine Zuhörer in ein Wechselbad der Gefühle, konfrontiert uns mit unseren moralischen Vorstellungen, geißelt die Political Correctness, jongliert mit ihr und führt uns immer wieder die eigene und auch die politische Doppelmoral vor Augen.“ (Deutschlandfunk)

Timo, du bist die dumme Realität dieses Staates. – Bernd W. (Zuschauer aus Stuttgart per Mail)